China 2007

China
20. Oktober bis 12. November 07  -
 auf den Spuren  von Yin und Yang

„Das Leben wird nicht gemessen an der Zahl unserer Atemzüge,
sondern an den Orten und Momenten, die uns den Atem rauben“.
(Anonym)
 

Der Bericht wurde freundlicherweise vom Reisegruppe-Mitglied Elke Oesterle zur Verfügung gestellt
©  elke oesterle -
Quelle:  Dumont Richtig Reisen, China

  • Alle unterstrichenen Wörter auf der Karte führen mit einem Klick zu einer Unterseite/Bildergalerie

  • Am Ende der Reise trennten wir uns von der Gruppe und blieben noch einige Tage in Shanghai

Tag 1, Samstag, 20.10.2007
So machen wir uns wieder einmal auf den Weg, um atemlos zu werden! Dieses Jahr wollen wir China kennenlernen, das drittgrößte Land der Erde. Mit 9,6 Mio. qkm ist es dreimal so groß wie die Gesamtfläche Europas. Einen Großteil der Fläche prägen Gebirge (ca. 43 %), Hochebenen (26 %), 31% des Landes bestehen aus Tiefebenen und Becken. 1,3 Milliarden Menschen leben in China, das entspricht etwa einem Fünftel der gesamten Menschheit. Eine der größten Herausforderungen ist es, sie alle zu versorgen. Würde man das Land nach Westen verschieben, reichte es von Portugal bis zum Ural und von Kopenhagen bis Khartum (Sudan). Seit 1949 ist China eine Volksrepublik.

Um 19.30 heißt es take off von München und dann liegt eine lange, unruhige Nacht vor uns.

Tag 2, Sonntag 21.10.2007
Um 5 Uhr morgens, d.h. 11 Uhr Ortszeit landen wir in Beijing, der Hauptstadt des Landes (etwa 10 Mio. Einwohner, deren Zahl sich durch Wanderarbeiter ständig erhöht). Der fehlende Schlaf macht sich bemerkbar und wir fühlen uns ein wenig gestresst. Allein das Geldtauschen fordert eine ganze Menge Durchhaltevermögen. Dennoch, wir müssen gelassen bleiben, das Gesicht darf nicht verloren gehen! Gleich vom Flughafen brechen wir zur Besichtigung des Sommerpalastes  auf. ¾ der Gesamtfläche des Geländes von 290 ha bedeckt der künstlich angelegte See. Wir bewundern die 728 m lange Wandelhalle, die 17-Bogen Brücke, den prächtigen Audienzpalast, das Marmorschiff, die schönen Hallen des Wohlwollens, der Langlebigkeit und der Harmonie. Herrlicher alter Baumbestand rundet das schöne Bild. Anschließend bringt uns der Bus zum angenehmen Hotel Capital. Beim gemeinsamen Abendessen kreisen allerlei leckere Schüsselchen um die Tafel. Der Einsatz der Essstäbchen wird wegen extremer Müdigkeit auf morgen verschoben.

Tag 3, Montag, 22.10.2007  
Nî hâo – oder guten Morgen! Am Vormittag besuchen wir den marmornen Himmelstempel, eine der herausragenden Sehenswürdigkeiten der Stadt. Er liegt in einem 270 ha großen Park. Bereits am Morgen treffen sich hier unzählige Menschen zum Singen, Schattenboxen, Tanzen, Musizieren und Spielen. Das ist für uns, die montags zur Arbeit hasten und ihren Verpflichtungen nachgehen, einfach völlig unvorstellbar. Da die winzigen Wohnungen keine Einladungen oder Freundestreffen zulassen, ist der Park ein Kommunikationszentrum für die Bürger, um soziale Kontakte zu pflegen.

Der wunderschöne Tempel in Blau, der Farbe des Himmels, wurde 1406 -1420 im Ming-Zeitalter erbaut. Er besteht aus 3 Terrassen. Die oberste Stufe ist rund und stellt den Himmel dar, die unterste Stufe ist eckig und symbolisiert die Erde. Der Tempel ist eine Holzkonstruktion in Skelettbauweise und wurde ohne einen einzigen Nagel erbaut. Die vier Säulen dokumentieren die vier Jahreszeiten. Am Himmelsaltar stoßen Himmel und Erde zueinander und der runde Stein im Boden bestätigt China als Reich der Mitte. Einmal im Jahr mußte der Kaiser anwesend sein, um Opfer zu bringen, meist als Rauchopfer, da diese schneller zum Himmel aufsteigen konnten. Daoismus und Konfuzianismus waren Mischungen des Glaubens an die Naturkräfte. Naturerscheinungen wurden gottgleich verehrt.

 

Dynastien und Epochen

Kurze Mittagspause, bevor wir durch das Mittagstor in die verbotene Stadt und zum Kaiserpalast einwandern. Mit 720.000 qm trägt der beeindruckende Gebäudekomplex zu Recht die Bezeichnung Stadt. „Verboten“ war sie genannt, da sie 500 Jahre lang von keinem Normalsterblichen betreten werden durfte. Ab 1420 diente der Kaiserpalast nach 17jähriger Bauzeit den Ming- und Qing-Kaisern als Wohn- und Regierungssitz. Er galt als Spiegelbild der im Kosmos waltenden Ordnung. Der Kaiser, als Sohn des Himmels (tianzi) galt als Mittler zwischen Himmel und Erde. Seine Aufgabe bestand darin, die kosmische Ordnung durch eine korrekte Regierung auf die Erde zu übertragen.

Die gesamte Palastanlage hat 9.999 Räume, die die Zahl der Ewigkeit symbolisieren. Auf dem höchsten Punkt der Stadt steht die Halle der höchsten Harmonie. Sie war das Zentrum der Macht. Dicht gedrängt folgen die Lebens- und Wirtschaftsräume und die Hallen zur „Erhaltung der Harmonie“ und zur „Bildung der Gefühle“. Den Endpunkt der Anlage bildet der wunderschöne kaiserliche Garten. In der verbotenen Stadt lebten und arbeiteten zwischen 8- und 10.000 Menschen.

Unsere Besichtigung endet am gegenüberliegenden Platz des himmlischen Friedens (Tian’anmen-Platz) der mit einem Ausmaß von 500 Metern Breite und 800 Metern Länge eine imposante Größe offenbart und der als der größte Platz der Welt gilt. Der Platz und mit ihm das namensgebende Tor des Himmlischen Friedens (Tian‘ an Men) bilden das Herz Pekings. Hier wurde 1911 das chinesische Kaisertum beendet, es wurden mehrere Aufstände blutig niedergeschlagen und 1949 verkündete dort Mao Zedong die Gründung der Volksrepublik China. Der Platz wird von der großen Halle des Volkes, dem Mao-Mausoleum und dem Nationalmuseum eingerahmt.

Rechtschaffen müde kehren wir heim. Am Abend sind wir zur Peking-Oper eingeladen – ein für westliche Augen und Ohren eher gewöhnungsbedürftiger Genuss. Bei einem kleinen und späten Imbiss endet ein schöner und absolut erlebnisreicher Tag.
 

Tag 4, Dienstag 23.10.2007
Wir sind auf dem Weg zu den Ming-Gräbern und bereits um 8 Uhr morgens  aufgebrochen. Die gesamte Anlage ist fast 40 qkm groß. Hier liegen 13 der insgesamt 16 Kaiser der Ming-Dynastie (1368-1644) an der geomantisch idealen Lage, der Südseite des Berges, begraben. Der Berg bildet eine natürliche Barriere gegen die bösen Geister aus dem Norden. Auf der Fahrt bleibt jedoch erst einmal Zeit für ein wenig Unterricht in Sachen China kennenlernen und verstehen. In der chin. Sprache gibt es nur 400 Silben, die ausreichen um 5.000 Worte zu bilden. Vier verschiedene Akzente auf den einzelnen Buchstaben, bedeuten eine jeweils unterschiedliche Betonung und Aussprache. Nur jede 70. Familie hat ein Auto. Wir lernen einiges über den Erwerb eines Führerscheins und über die Aufschrift: bitte küssen sie mich nicht. Nannte ein Mann früher drei runde Sachen sein Eigentum, war er reich (Uhr, Ventilator, Fahrrad). Heute geht es darum ein Auto, eine Wohnung und Geld für Reisen zu besitzen. Ab sofort können wir 10 Zahlen mit einer Hand anzeigen. Peking hat eine Ausdehnung von 160 km n/s und 170 km w/o. So interessant unterhalten erreichen wir die Halle der Freundschaft, in der uns die Süßwasserperlen nahegebracht werden. Bald darauf haben wir unser Ziel erreicht.

Wir wandern den heiligen Weg – oder auch Weg der Seelen entlang. Jeder Kaiser ließ schon zu Lebzeiten den Bau der Grabanlagen beginnen und inspizierte ihren Fortschritt. Der Grundriss bestand aus einem viereckigen vorderen Teil, der den Palast und das Irdische symbolisierte. Hier befand sich auch der Opferbezirk für Gedenkfeiern und Opferzeremonien. Der runde, hintere Bereich galt als Symbol des kaiserlichen Hofs. Am Ende der Anlage war die eigentliche Grabkammer unter dem Grabhügel verborgen. In der Allee halten 12 Tier- und 6 Menschenpaare die Ehrenwache. Die Tiere sitzen sich jeweils zu zwei Paaren gegenüber. Die Vorderen knien, die Nachfolgenden stehen aufrecht. Die Legende erzählt, daß die Tiere sich erhoben hätten, sobald der Sarg vorbeigetragen wurde, um dem Toten die Ehre zu erweisen. Zwei mal im Jahr kamen die Angehörigen zu den Nekropolen, um Opfer zu bringen und ihre Ahnen zu ehren. Anschließend stehen wir ehrfurchtsvoll in der reichen Ausstellung der Grabbeilagen.

Nach der Mittagspause fahren wir hinauf in die Berge. Schon auf dem Weg erkennen wir Teilstücke des wohl imponierendsten Bauwerk Chinas, der großen Mauer (Wan Li Chang Cheng = 10.000 Li große Mauer), die lange als Symbol der Stärke Chinas galt. Bereits in der Ming-Zeit arbeiteten Hunderttausende Soldaten und Zwangsarbeiter an der Fertigstellung der Mauer. Sie schufen einen einzigartigen etwa 6500 Kilometer langen Verteidigungswall, der durch Wachtürme und zahlreiche  Festungen ergänzt wurde. An der Basis war die Mauer im Schnitt 7 m breit, an der Krone 6 Meter. Ihre Höhe betrug 7-9 Meter, stellenweise bis zu 16 Meter. Wir genießen den atemberaubenden Blick über das gigantische Bauwerk, das einst ein ganzes Land umspannte und sich kilometerweit über Berge und Höhen hinaufschraubte. Der Aufstieg erfordert eine ganze Menge Fitness und die Abwehr der fliegenden Händler unsere ganze Kraft und eine Menge Durchhaltevermögen. Der Herbst hat in den Bergen bereits Einzug gehalten, wunderschön leuchten die goldenen Farben im Abendlicht.
 

Tag 5, Mittwoch 24.10.2007  
Der morgendliche Besuch gilt dem Lamatempel, der prächtigste und größte Tempel des tibetischen Buddhismus. Der Gesamtkomplex erstreckt sich über 66.400 qm in fünf Höfen. 1694 ließ der Kangxi Kaiser das Gebäude für seinen Sohn Prinz Yinzhen erbauen. Ihm sagte man später nach, am Tod seines Vaters beteiligt gewesen zu sein. Aus Angst ob dieser gravierenden Verletzung der Kindespietät – einer der Kardinaltugenden des Konfuzianismus, wandelte er seinen alten Wohnsitz in einen tibetischen Tempel um. Zwei prächtige Tore schmücken den Weg zu den Innenhöfen und zur Halle der Himmelskönige. Über die Halle des ewigen Schutzes und die Halle des buddhistischen Rades gelangt man in den Pavillon des Zehntausendfachen Glücks mit der riesenhaften Maitreya Statue, die aus einem Sandelholzbaumstamm von 8 m Umfang und 26 m Länge geschnitzt ist und 8 m tief in die Erde eingelassen wurde.

Die Fahrradrikschas warten bereits auf uns und fahren uns durch die Hutongs, die alten Gassen der Stadt mit ihren Hofhäusern. Winzige Häuschen in denen bis zu vier Generationen in unvorstellbarer Enge und Bescheidenheit wohnen, kleine Höfe, gackernde Hühner und Enten. Es gibt nur eine „öffentliche Harmonie“ (Toilette), vor der sich lange Schlangen bilden. Wir sind bei einer Familie zum Mittagessen eingeladen und lernen die Gegebenheiten kennen. Manche Familien bauen heimlich eine Toilette. Es ist verboten, da es keine entsprechenden Abflußrohre gibt. Beinahe unbegreiflich die zwei so verschiedenen Gesichter einer Vielmillionenstadt! Auf der einen Seite Pomp, Glanz, Leuchtreklame – auf der anderen Seite Schmutz, Armut, Resignation.

Am Mittag haben wir Freizeit und stürzen uns in die Shoppingmeile der Fußgängerzone, um auch vom modernen Peking einen Eindruck zu bekommen. Morgen in aller Frühe nehmen wir Abschied von Beijing, einer Stadt, die viel schöner war als wir uns vorgestellt hatten und als es auch teilweise beschrieben war. Beeindruckende Kunststätten, viel Grün, viele Blumen und freundliche und höfliche Menschen.  Zàijiàn Beijing,  Zàijiàn Frau Li.
 

Tag 6, Donnerstag 25.10.2007  
Auf nach Westen verspricht unsere Reiseroute. Wecken 4.45, kleines Frühstück 5.30, Abfahrt 6 Uhr – der frühe Vogel fängt den Wurm! Heute fliegen wir nach Xi’an. Bereits im 7. JH wuchs Xi’an – damals Chang-an zu einer 2-Mio.-Stadt heran und entwickelte sich am Beginn der Seidenstraße zu einem wichtigen Handelszentrum und zu einem Schmelztiegel der Weltreligionen. Chang-an blickte z.Zt. der Tang-Dynastie auf eine fast 1.000-jährige Geschichte als Hauptstadt Chinas zurück, die mit dem Sturz der Tang-Dynastie (907) endete.

Durch den Lössboden des gelben Flusses liegt Xi’an in einer sehr fruchtbaren Zone (400 m über dem Meeresspiegel), die zwei Ernten im Jahr ermöglicht. Es werden Weizen und Mais angebaut, Äpfel, Trauben, Granatapfel, Khakifrüchte.  Es gibt mehr als 40 Universitäten und Hochschulen mit etwa 300.000 Studenten. Darüber hinaus ist Xi’an auch eine Industriestadt (Chemie). Der Glockenturm und die Wildganspagode sind die Wahrzeichen der Stadt. Eine Pagode hat eine ungerade Zahl an Stockwerken und eine gerade Zahl von Ecken (Yin und Yang). Sie dient zur Aufbewahrung von Reliquien und buddhistischer Bücher und wird ebenfalls zur Ehre und zum Andenken Verstorbener gebaut.

Wir beginnen unsere Zeitreise im historischen Museum (1991 erbaut) in der Jungsteinzeit und setzen sie über die Bronzezeit, Keramik, Gold- und Silberzeit fort. Das hist. Museum ist eines der größten Museen Chinas und präsentiert mit über 100.000 Ausstellungsstücken einen Querschnitt durch die Zhou-, Qin-, Han- und Tang-Zeit – einige der glanzvollsten Dynastien der chinesischen Geschichte. Es folgt der Besuch der Wildganspagode, die der 3.Chin. Kaiser zu Ehren seiner Mutter erbauen ließ. Nach dem Abendessen brechen wir zur Besichtigung des nächtlichen Xi’an auf. Vom großen Platz geht es zur alten Stadtmauer (14 km lang, 12 m hoch, 14 m auf der Krone und 16 m im Fundament breit). Eine Ortschaft wurde erst zur Stadt, wenn sie von einer Festungsmauer umschlossen war. Zig 100 Menschen haben sich versammelt. Trommeln, tanzen, singen, ein fröhliches Bild. Auf Deutschland übertragen wäre es erneut ein kaum vorstellbares Ereignis. Dicke rote Lampions beleuchten den Platz, die ganze Mauer und der Wachturm sind wunderschön illuminiert. Den Höhepunkt bildet das quirlige Leben in der Altstadt mit diversen Ständen von Obst, Nüssen, getrockneten Früchten und Leckereien. Modestübchen wechseln mit Garküchen ab, unzählige Menschen schieben sich durch die kleine, bunt beleuchtete Gasse. Ein fröhliches Bild und ein schöner Tagesausklang.
 

Tag 7, Freitag 26.10.2007  
Jade ist bereits 7.000 Jahre alt und gehört neben Diamanten und Rubinen zu den teuersten Edelsteinen. In früher Zeit wurde sie als Opfergabe verwendet sowie für Schmuck und Werkzeuge verarbeitet. Es gibt weiße, grüne, schwarze und gelbe Jade. Jadeit ist die härteste Art und ihre Farbe wird im Laufe der Zeit immer heller. So haben wir am frühen Morgen in der Halle der Freundschaft schon wieder eine ganze Menge gelernt.

Wir sind auf dem Weg zur 2.200 Jahre alten Terrakotta Armee, einem der wichtigsten Kulturschätze Chinas und vielleicht zu Recht als achtes Weltwunder bezeichnet. Viele Wissenschaftler halten sie für den bedeutendsten archäologischen Fund des 20. JH, daher ist sie 1987 in die Liste der UNESCO aufgenommen worden. Als überlebensgroße Ehrengarde bewachte sie das Grab des 1. Kaisers Qin Shi –Huangdi. Mit einer einfachen Grabpyramide wollte er sich nicht zufrieden geben. Seine Grabanlage ist wie eine Palaststadt konzipiert. Er wollte nicht nur sein Reich mit in das Grab nehmen, sondern ebenso die Erde und den Himmel, damit er auch im Jenseits über die Welt herrschen konnte. Die tönerne Armee sollte ihm die Macht sichern helfen. 

1974 wurde die Armee durch einen Zufall entdeckt, als zwei Bauern einen Brunnen bohren wollten. Heute sind drei Gruben freigelegt. In der ersten Grube fand man 6.000 bewaffnete Soldaten, die den rechten Flügel der kaiserlichen Garde bildeten. In der zweiten Grube steht der linke Flügel der Armee mit Kavallerie, Infanterie und Bogenschützen, während die dritte und kleinste Grube 68 Krieger enthielt, die wahrscheinlich die militärische Führung darstellten. Das Beeindruckendste  jedoch ist, dass keine Figur der anderen gleicht, also jede von ihnen einzigartig ist. Ursprünglich waren die Figuren farbig bemalt. Die Soldaten sind 1.75 m hoch, kniende Figuren 1,20 m. Die Körper wurden aus Formen gegossen, die Köpfe individuell von Hand gefertigt. Die Figuren unterscheiden sich nach Bauern, Soldaten, Offizieren und Generälen. 1980 fand man in 7 Metern tiefe zwei Bronzewagen mit jeweils vier Pferden und einem General als Lenker. Die Ausstellung ist in einer großen Halle untergebracht: 230 m lang, 70 m breit, 6 m tief, die man zur ausführlichen Besichtigung komplett umrunden kann.  Der Grabhügel des 1. Kaisers ist noch nicht geöffnet. Er hat ein unvorstellbares Ausmaß von 56 qkm und hatte einst eine Höhe von 100 Metern, heute ist er nur noch 60 m hoch. Nur vier Jahre nach dem Tod des Kaisers wurden die Kammern geplündert und teilweise niedergebrannt. Im Laufe der Zeit überwucherten sie und da es keine Aufzeichnungen gab, gerieten sie in Vergessenheit. Ein 3-D-Film nimmt uns mit in die Vergangenheit und das Leben am Hof sowie auf die Eroberungsfeldzüge.

Am Ende des Tages führt uns der Weg in die engen Gassen des geschäftigen, muslimischen Viertels. Durch einen gewaltigen hölzernen Torbogen betritt man die vier aufeinanderfolgenden Höfe der Moschee. Es ist Freitag, so ruft der Imam vom Minarett-Tor zum Gebet in die große Gebetshalle am Ende der Anlage.

Noch einmal erleben wir die Lichterpracht von Xi’an bei Nacht und lassen uns anschließend die berühmten gefüllten Teigtaschen schmecken.

 
Tag 8, Samstag 27.10, 2007  
Ausschlafen ist heute erlaubt und dann heißt es schon wieder packen und Abschied nehmen von Xi’an. Noch einmal machen wir uns auf den Weg zur Stadtmauer mit Wachturm und Torhaus, indem auch prominente Gäste empfangen werden. Der rote Teppich ist ausgerollt und mit Blumengestecken und Rosenblättern ist der Eingang geschmückt. Nicht Studiosus wird willkommen geheißen
J, sondern wir erleben die „Massenhochzeit“ von 16 Brautpaaren, die eine Firma für ihre Angestellten und all ihre Gäste ausrichtet. Das muß man einfach mal gesehen haben – für uns Großnasen schon wieder ein unbegreifliches, auf den Westen nicht übertragbares Erlebnis. Wir klettern auf die Mauerkrone hinauf und bewundern vom Torhaus den schönen Blick auf die Stadt.

Leicht verspätet verläßt der Zug Xi‘an. Wir sind auf dem Weg nach Luoyang. Leider trüben Regen und Nebel den versprochenen schönen Blick auf die Landschaft, die Äcker, Obstplantagen und die Reisfelder. Die Begleitmusik versetzt uns allerdings ins Staunen – Guten Abend, gute Nacht, das hätten wir hier kaum erwartet! Im Zug geht es bald ganz lustig zu. Strümpfe werden vorgeführt und sollen natürlich anschließend gekauft werden. Man weiß nicht genau, wer mehr Spaß daran hat, der Schaffner (als Modell!) oder wir. Das Sortiment wird später ausgeweitet und erstreckt sich von Spielzeug über Schmuck, Taschenlampen bis zu Tüchern. Man wird nicht müde, uns zum Kauf überreden zu wollen. Der Zug muß immer wieder anhalten und erreicht endlich mit 1,5 Std. Verspätung Luoyang. Es regnet, wir sind müde und die Laune ist eher im unteren Bereich. Spätes Abendessen und danach umpacken in kleines Handgepäck für die morgige Schlafwagenfahrt. Müde fallen wir in unsere Betten.
 

Tag 9, Sonntag 28.10.2007
Schon wieder gehen die Koffer ohne uns auf die Reise (was sie sich nachher allerdings anders überlegt hatten!!!). Da muß man das Hirnkastel beisammen halten, damit später alles Benötigte greifbar ist. Wir sind auf dem Weg zu den berühmten Grotten von Longmen (Longmen = Drachentor), ebenfalls Weltkulturerbe.

Etwa 500 Jahre n.C. verlegten Nomaden aus der südlichen Mandschurei ihre Hauptstadt nach Luoyang.  Unter ihrer Herrschaft nahm die Entwicklung des Buddhismus nie gekannte Ausmaße an. So ließen die Herrscher an beiden Seiten des Yi-Flusses erste Grotten anlegen, an denen 400 Jahre lang ununterbrochen gearbeitet wurde. Das Ergebnis waren 1352 Höhlen, 750 Nischen mit 97.300 Statuen, 40 buddhistische Pagoden und 3.608 Inschriften. Nur ein Bruchteil davon blieb erhalten. In einige der Grotten wurden die Glaubensbekenntnisse eingemeißelt, andere enthielten über 100 medizinische Rezepturen. Manche Figuren wurden direkt aus dem Fels gehauen und modelliert, andere wurden außerhalb gefertigt und in eine Höhle gesetzt. Die Grotten wurden zum Gedenken an einen Angehörigen oder zum Erkaufen des Seelenheils (Nirwana) gestiftet. Eine weitere Grotte ist der Lotusblüte gewidmet, die nicht nur für Reinheit steht, sondern Knospe, Blüte und Frucht stehen auch für  Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die letzte Station ist der Tempel zur Ahnenverehrung mit dem 17 m hohen Vairochana Buddha, dessen Gesichtszüge der Kaiserin nachempfunden sein sollen. Die Augen sind mit schwarzen Edelsteinen unterlegt und ihre Form einem Weidenblatt nachempfunden. Der Kopf ist 4 m, das Ohr 1,90 m hoch. Ein Feuerkranz hinter seinem Kopf weist ihn als den Erleuchteten aus. Kolossale Wächterfiguren hüten seinen Tempel.

Auf der anderen Seite des Flusses wandern wir zurück und haben noch einmal einen wunderbaren Blick auf die Anlage. Mittagsstopp in der Halle der Freundschaft, die diesmal die filigranen Kunstwerke aus Scherenschnitt vorstellt.

Der gelbe Fluß baute durch abgelagerte Sedimente bis zu acht Meter hohen Lössboden auf. Dadurch liegt das Flußbett häufig höher als das Umland. An manchen Stellen haben Menschen Wohnungen in diese Aufschüttungen gegraben. Wir besuchen eine 90-jährige alte Dame, die heute noch mit ihrer Tochter in einer solchen Wohnung lebt und wir bewundern ihre zierlichen Füßchen, die man nur noch bei sehr alten Frauen finden kann. Dann steht schon wieder Zug fahren auf unserem Programm. Ein wenig haben wir uns wahrscheinlich alle davor gefürchtet  (Toilettenverhältnisse??) aber dann war alles besser als gedacht.  Der „Taxifahrerschnaps“ half gegen kalte Füße und hat uns überhaupt rundherum gewärmt und natürlich gab es eine ganze Menge zu lachen, bis die Oberstockbetten eingenommen waren und das Licht gelöscht wurde.
 

Tag 10, Montag 29.10.2007  
Die Landschaft saust vorbei. Wir packen unsere Frühstückspäckchen aus und freuen uns schon einmal auf die quirlige, moderne Stadt Shanghai. Dort werden wir Nordchina verlassen haben.  S. ist die kosmopolitischste Stadt Chinas. Das Flair der Französischen Konzession verbindet sich mit der chin. Altstadtromantik und der Atem beraubenden Architektur der modernen Zeit.

In S. leben heute etwa 18 Mio. Einwohner, davon 4,5 Mio. Wanderarbeiter. In den letzten 10 Jahren wurden 4.300 Hochhäuser über 20 Stockwerke gebaut. Straßenkreuzungen laufen in 5 Etagen übereinander. Shanghai hat nicht sehr viele Sehenswürdigkeiten, dafür besitzt es eine herausragende Architektur. Zur Zeit entsteht gerade das von Japanern gebaute, nach Fertigstellung höchste Hochhaus der Welt von bescheidenen 492 Metern.

Neben dem Prachtboulevard Bund = befestigtes Ufer, findet man noch die schönen klassizistischen Häuser der Vorzeit. Sieben Tunnel führen unter dem Fluß, sieben Brücken über das Wasser hinüber nach Pudong.  Dort ist in den letzten Jahren eine Hochtechnologiezone aus dem Boden gestampft worden, einschließlich des 465 m hohen Fernsehturms und des 420 m hohen Jin Maoturms in Form einer Pagode, der in seinem Innern das Grand Hyatt Hotel beherbergt. Dazu gesellt sich die längste Hängebrücke der Welt (8.346 m).

Wir bummeln über den Bund und fahren anschließend zur sehenswerten Altstadt und in den zauberhaften Yu Garten, der zu den berühmtesten Gärten Chinas gehört. Mitten im Goldfischteich liegt das wunderschöne Teehaus. Über die Neun-Biegungen-Brücke dürfen wir eintreten. Die bösen Geister allerdings müssen draußen bleiben, da sie ja nur geradeaus gehen können. Eine kleine Oase des Grüns und der Stille.

Heute gelernt:   In Shanghai fahren 50.000 Taxis der Marke VW (Fabrik ansässig). Chinesen arbeiten 8 Std. pro Tag und haben ebenfalls eine 40 Std. Woche. Eigentumswohnungen werden im Rohbaustadium gekauft und in Eigenarbeit fertiggestellt. Seit dem Jahr 2000 gibt es eine Sozialversicherung. 7% der Menschen sind selbständig, 4% davon Arbeitgeber. In China gibt es ca. 7,6% Arbeitslose, in Shanghai 4.6%. Nach wie vor besteht die Ein-Kind-Politik. Nach der Geburt muß man anhand eines Fragebogens mitteilen, wie man künftig eine Schwangerschaft verhüten wird. Eine Kopie geht an den Arbeitgeber und an die Einheit, der man angehört (Hausverwaltung, Genossenschaft usw.). Bei erneuter Schwangerschaft muß abgetrieben werden. Trotz aller Müdigkeit überreden wir uns zur Rundfahrt Shanghai bei Nacht – ein traumhaft schönes Erlebnis.
 

Tag 11, Dienstag 30.10.2007
Wir sind auf dem Weg zum Stadtplanungsamt und hören noch ein wenig von Chinas Lebensbedingungen. Früher stand jedem Bürger 4,8 qm Wohnfläche zu, heute sind es schon 20 qm. Junge Leute müssen einen Antrag für eine Wohnung stellen, wenn sie heiraten wollen. Eltern sparen eisern, um den Sohn beim Erwerb einer Eigentumswohnung unterstützen zu können. Es gibt eine Oma/Opa-Polizei, die als Hilfssheriff arbeitet, um das Einkommen aufzubessern. Nachdem die Bezugsscheine abgeschafft wurden, sind die Lebenshaltungskosten hoch. Junge Leute finden die Lebensbedingungen heute besser als in der Vergangenheit. Alte Leute kommen häufig nicht damit zurecht, gehen nicht mehr aus dem Haus, da sie sich in ihrer Stadt kaum noch zurechtfinden. 2010 richtet Shanghai auf einem Gelände von 5,8 qkm die Expo aus. Für die Planung ist ein zehnköpfiges Architektenteam zuständig, sieben von ihnen sind ausländischer Herkunft.

Im Planungsamt sehen wir die beeindruckende Entwicklung der Stadt. Ein 500 qm großes Modell zeigt den seit 1795 vorhandenen Kern der Stadt und die bis 2010 vorgesehene Planung. Eine spannende und eindrucksvolle Demonstration.

Erneut wartet eine Halle der Freundschaft auf uns, diese widmet sich der Seidenproduktion. Es unterscheiden sich Frühlings-, Sommer- und Herbstseide, wobei die Frühl.-Seide die beste Qualität bietet. Aus einem Cocon lassen sich 1.200 m Faden spinnen. Mancher Einkauf wird getätigt. Anschließend fahren wir zum Jin Mao Tower, dem z.Zt. dritthöchsten Turm der Welt. Mit dem Aufzug sausen wir mit 9,1, m pro Sekunde in 45 Sekunden zur Aussichtsplattform und haben einen grandiosen 360 Grad Blick auf die Stadt. Beste Grüße kann man vom „höchsten Postamt Chinas“ um die Welt schicken und einkaufen kann man natürlich ebenfalls. Ein Bummel über die Einkaufsmeile Nanjing Road beendet das Aktivprogramm. Der Abend gehört den Akrobaten – Herzklopfen ist eingeschlossen!
 

Tag 12, Mittwoch 31.10.2007 
Transrapid: Bauzeit : 2 Jahre, Strecke: 33 km, Spitzengeschwindigkeit 431 kmh, Fahrzeit: 7 Minuten, verfügbar: alle 15 Minuten, Kosten : 1 Milliarde Euro. Heute werden wir das deutsche Meisterstück kennenlernen und fahren mit ihm zum internationalen Flughafen nach Pudong. Da wir jedoch vom alten Flughafen weiterreisen, sausen wir nach kurzer Besichtigung umgehend zurück und dürfen somit das Vergnügen zweifach genießen.  

Ein kurzer Flug bringt uns zum Ausgangspunkt unserer Yangze-Kreuzfahrt nach Yichang. Es regnet und wir sind in Sorge, um unser Kreuzfahrtwetter. Der einheimische Guide versucht uns aufzuheitern und singt für uns deutsche Lieder. Die Tagesschau hat er auf DVD mitgebracht, ein eher ungewöhnliches Erlebnis, Fernsehen im Autobus. Nach dem Abendessen können wir einschiffen und werden mit Blasmusik empfangen. Wir bekommen die Crew vorgestellt und richten uns danach häuslich ein. Fazit – die Victoria Catarina ist ein sehr angenehmes Schiff und ein wenig relaxen und Rückschau halten wird uns richtig gut tun.

 Der Yangze ist der drittgrößte Fluß der Welt (6300 km) und der größte Fluß Chinas. Er hat mehr als 700  Nebenflüsse. Er entspringt im Hochalnd Tibets und mündet in das ostchinesiche Meer. Neben der Bedeutung der Energieerzeugung, kommt ihm eine wichtige Funktion als Verkehrsweg zu. Während der Bauarbeiten des Wasserprojekts wurde der Fluß über einen Kanal von 3.700 m Länge und 350 m Breite umgeleitet. Nach dem Ausstieg der Weltbank wurde die Staumauer  zum Vorzeigeprojekt Chinas. 140 Städte und 4.500 kleine Orte wurden überflutet. Viel Kultur wurde vernichtet, daher ist das Konzept auch heute noch umstritten. Etwa 600 km werden wir auf dem Stausee unterwegs sein. Der höchste Pegelstand wird 2009 erreicht und beträgt dann 175 m.
 

Tag 13, Donnerstag 1. November 2007  
Die Yangze Staumauer ist eine Talsperre. Die senkrechte, feste Mauer ist 2,6 km lang. Es folgen 5 hintereinanderliegende Schleusenstufen mit zwei parallelen Schleusenkammern von 240 m Länge und 34 m Breite. Die geplanten Kosten betragen 25 Milliarden US$, die tatsächlichen Baukosten sind noch völlig unabsehbar. Das Projekt soll Überschwemmungen verhindern, Strom erzeugen (5-10% des gesamten Verbrauchs) und den Fluß für große Frachtschiffe schiffbar machen. Der aufgestaute Wasserdruck treibt 26 Turbinen an, eine jede von ihnen wird ein Kohlekraftwerk ersetzen. 1,3 Millionen Menschen wurden umgesiedelt. Sie verloren nicht nur ihre Heimat und ihre Wurzeln, sondern die Bauern verloren auch ihre Arbeit und ihre Existenzgrundlage. Das versprochene  Geld blieb häufig aus. Negative Auswirkungen auf die Umwelt und die Natur sind nicht vorhersehbar: Moskitoplage durch stehende Gewässer (Stausee), Aussterben von Tieren (keine Wandermöglichkeit für Fische), Bergrutsche (Auswaschungen durch hohen Wasserpegel). Würde der Damm brechen, wäre ein Viertel des Landes überschwemmt.

Die Sonne bricht durch und das hässliche Bleigrau des Himmels muß weichen. Wir erreichen die 76 km lange Xilling Schlucht. Eine beeindruckende Szenerie. Am Abend veranstaltet die Crew eine Modenschau durch die Vergangenheit mit wunderschönen Kostümen.
 

Tag 14, Freitag 2.11.2007  
6 Uhr 50 , wir biegen in die Wu-Schlucht ein. Mit dem Foto bewaffnet stürzen wir auf’s Deck. Gewaltige Massive und Auffaltungen umgeben uns. Das Tal ist eng, es gibt tiefe Einschnitte. Nach dem Frühstück beginnt unser Ausflug in die drei kleinen Schluchten. Wir steigen in Ausflugsboote um. Bis zu 1300 Metern ragen die Berge auf. Da ihre Wände fast senkrecht abfallen, erscheinen sie uns jedoch noch viel höher. Petrus muß ein Sponsor von Studiosus sein, denn die Sonne lacht! Ein Lebensgefühl, das wir nach dem vielen bleigrauen Himmel schon gar nicht mehr recht kannten. Wir sehen Affen in den Baumwipfeln turnen und in den Felsnischen zwei 2000 Jahre alte Holzsärge. Später steigen wir in kleine Holzboote um und fahren durch einen engen Canon. Müde und hungrig kehren wir nach etwa 4 Std. zum Schiff zurück und werden mit mindestens 25 „welcome back“, Erfrischungstuch und Tee willkommen geheißen. Mittagessen, Siesta, Tagebuch schreiben bevor das Schiff die ca. 8 km lange Qutang Schlucht passiert. Das Tal ist breiter, die Berge sind flacher geworden. Der Himmel ist wolkenlos! Unser Dank geht an Petrus, der gerade zur rechten Zeit die Sonne schickte. Den Abend gestaltet die Crew mit musikalischen Darbietungen.
 

Tag 15, Samstag 3.11.2007
Die Geister des Tempels auf dem Ming-Berg bleiben mir heute versagt. Der Bauch grummelt. So lasse ich die Gruppe ziehen und beginne ein kleines Sportprogramm im Fitnessraum und beim Walken auf Deck. Auf dem Schiff wird fleißig gearbeitet. Draußen formieren sich bereits die fliegenden Händler, um die Passagiere bei ihrer Rückkehr überfallartig zum Kauf ihrer Waren zu bestürmen. Wir ankern vor Fengdu. Die Stadt versank 1870 kurzzeitig im Hochwasser des Yangze, wurde eine Zeit lang zur Geisterstadt und ertrank 2003 endgültig in den Fluten des neuen Stausees.  Fengdu wurde am südlichen Ufer des Sees neu erbaut. Wir nehmen wieder Fahrt auf. Terrassenförmig zieht sich das Ufer dahin. Die Vegetation ist beinahe mediterran, sogar Bananenstauden sind zu finden. Es folgt ein Besuch auf der Brücke. Vier Mann versehen jeweils ihren Dienst und zwar im Wechsel von Arbeit auf der Brücke, stand by, Ruhepause/Schlaf. Bei Nebel sind Radar und GPS willkommene Helfer. Noch immer befinden wir uns auf dem Stausee, erst ca. 60 km vor Chongqing kehren wir auf den Fluß zurück. Nach Industrie und rauchenden Schornsteinen, folgen wieder freundliche kleine Dörfer und Ackerfläche hinab bis zum Uferrand. Jede noch so kleine Fläche wird für Gemüseanbau genutzt.

Wir erhalten ein klein wenig Unterricht und einen Einblick in die chin. Sprache. Neben den 400 Bildzeichen gibt es indirekte Symbole, sowie logische- und phonetische Zusammensetzungen. Es werden keine neuen Worte kreiert, sondern aus vorhandenen Silben zusammengesetzt und umschrieben. Chinesisch ist eine bildliche Sprache. Bei Verständigungsschwierigkeiten werden Schriftzeichen zur Erklärung in die Hand gemalt. Der heute übliche Wortschatz umfasst ca. 5000-8000 einfache, nicht zusammengesetzte Wörter bzw. Schriftzeichen. Das war eine spannende Stunde. Am Abend sind wir zum Festbankett im wunderschön dekorierten Speisesaal eingeladen.

Wir nähern uns Chongqing. Die Stadt hat 32 Mio. Einwohner und dehnt sich auf eine Fläche von 82.000 qkm aus. Um 23 Uhr laufen wir im Hafen ein und sind verzaubert von dem glanzvollen, bunten Bild der Stadt bei Nacht.
 

Tag 16, Sonntag 4.11.2007
Wie traurig sieht unsere Märchenstadt von gestern Abend am heutigen Morgen unter dem wolkenverhangenen  Himmel aus! Für uns heißt es Abschied nehmen von den allzeit freundlichen, höflichen, guten Geistern des Schiffs. Mit Blasmusik und Tschinderassa Bum werden wir verabschiedet. Auf der Fahrt nach Dazu bleibt schon wieder etwas Zeit für Chinakunde. Chongqing ist die größte Industriestadt Chinas, zweifach so groß wie die Schweiz (Schiffsbau, Elektronik, Textilien, Automobile, Maschinenbau). Es führen 14 Brücken und Seilbahnen über den Fluß – im Jahr 2020 sollen es bereits 32 Brücken sein. Aufgrund der hügeligen Lage und des Smogs – 350 Tage im Jahr bleigrauer Himmel – ist die Stadt fahrradfrei. Es gibt eine einspurige S-Bahn auf 18 km Länge. Die Arbeitslosigkeit ist mit 11% relativ hoch und betrifft überwiegend Menschen ohne Ausbildung. Für zwei Jahre zahlt der Staat Arbeitslosengeld.

Berge und viel Grün begleiten unseren Weg nach Dazu und sogar die Sonne schiebt am Himmel. Wir durchfahren ein fruchtbares Becken, zwei Ernten im Jahr sind möglich. Es wachsen Naßreis, Weizen, Gerste, Obst, Bananen. Die wirtschaftliche Öffnung begann auf dem Land. Sichuan ist die reichste und wirtschaftlich aktivste Region Chinas.

Wir besuchen die Grotten am Schatzkammerberg, Baoding Shan. Etwa 10.000 Skulpturen wurden hier in die 15-30 m hohen Felswände gemeißelt. Die meisten Arbeiten stammen aus der Zeit um 1179 und 1249. Sie stellen religiöse, manchmal auch volkstümliche Szenen aus dem buddhistischen Leben dar. Beeindruckend ist der 32 m lange liegende Buddha. Die Grottenanlage geht auf die Initiative eines Mönchs namens Zhao Zhifeng zurück. Die Skulpturen sind bunt und nicht so fein gearbeitet wie die Grotten entlang der Seidenstraße, jedoch zählen sie zu den letzten bedeutenden Kunstwerken dieser Art, bevor die Grottenkunst  zum Erliegen kam.
 

Tag 17, Montag 5.11.2007  
Heute besuchen wir die Grotten am Bei Shan, die großteils in den Jahren 907 – 960 entstanden. Der Nordberg hat eine Geschichte von mehr als 1000 Jahren. 300 Jahre wurde an den Grotten gearbeitet. Mehr als 60.000 Figuren entstanden, die Kleinste nur 1-2cm groß (Saubohne).

Auf einer 2-spurigen Straße fahren wir aus der Stadt, die rechte Spur wird allerdings für Fußgänger, Radfahrer, Motorräder mit riesigen Binsenkörben benötigt und für Reis, der auf der Straße zum Trocknen ausliegt,. Wir sind auf dem Weg nach Chengdu, der Hauptstadt Sichuans. Die Landschaft ist hügelig. Jeder noch so kleine Fleck wird bepflanzt und als Ackerland genutzt. Enten schwimmen in winzigen Tümpeln, eine bäuerliche Idylle. Chengdu zählt mit 4.5 Mio. Einwohnern eher zu den kleineren Städten. Ein Sprichwort sagt, wenn in Chengdu die Sonne scheint, bellen die Hunde – absolute Ruhe herrscht heute - wieder einmal ist der Himmel also grau! Im schönen Hotel Tibet werden wir mit Tee und Gesang von einem bildhübschen Mädchen willkommen geheißen. Nach dem Hotel in Dazu, mit dem „überschaubaren Frühstücksbuffet“ (Originalton Herr Geissler) dürfen wir heute wieder etwas Luxus genießen und sind natürlich begeistert.
 

Tag 18, Dienstag 6.11.2007    
Chengdu liegt in einer subtropischen Zone und hat ein gemäßigtes Klima. Es ist die Stadt der Hibiskusblüten. Teehäuser gehören zum Bestandteil des täglichen Lebens. Brokat- und Seidenweberei hat eine lange Tradition. Alte Stadtteile werden abgerissen und durch moderne Häuser ersetzt.

Ein Forschungsinstitut hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensweise der bedrohten Pandabären zu studieren, damit sie auch in Zukunft in den Wäldern der Berge überleben können. Es gibt nur noch etwa 1000 große Pandabären in der Wildnis. Früher zählte er zu den Raubtieren, hat sich aber im Laufe der Jahre zum Vegetarier entwickelt. Er frißt 40 Kg Bambusblätter pro Tag, jedoch werden nur 20% der Nahrung in Energie umgewandelt. Weltweit gibt es 1.200 Bambusarten, in China 500, von denen der Bär 60 Sorten frißt, 14 Stunden am Tag. Der Panda ist ein Einzelgänger. Mit 4-6 Jahren wird er geschlechtsreif. Die Tragezeit dauert 3-5 Monate. Das Kleine kommt nackt zur Welt, ist 5 cm groß und wiegt 100gr.. Augen und Organe entwickeln sich erst im Lauf der nächsten Monate. Die Lebenserwartung beträgt bis zu 25 Jahre. Panda bedeutet in der chin. Sprache große Bärenkatze. Das Tier hat einen zweiten Daumen (6 Finger), der das Pflücken der Blätter erleichtert. Die Aufzuchtstation wurde 1987 gebaut und hat bis heute bereits mehr als 27 Pandajunge gezüchtet und aufgezogen. Die Zucht erfolgt lediglich zur Erhaltung der Art, da die Tiere sich so an den Mensch gewöhnt haben, daß sie nicht mehr ausgewildert werden können. Wir bummeln durch die weitläufige, schöne Anlage und schauen den liebenswerten Tieren beim Spielen und Fressen zu. Kinderspielzeug und Klettergerüste lassen bei ihnen keine Langeweile aufkommen und mancher Ringkampf untereinander ist auch noch auszufechten. Neben den hübschen schwarz-weißen Tieren lernen wir noch ihre kleinen braunen Verwandten kennen.

1992 entdeckte ein Bauer beim Ausheben eines Brunnens eine große Menge Jade-Relikte. Generationen von Archäologen suchten das Gebiet bis 1986 erfolglos ab, als Arbeiter zufällig zwei Opfergruben fanden, die tausende von goldenen, bronzenen, jadenen und getöpferten Artefakten enthielten, die zerbrochen, verbrannt und begraben waren (evtl. rituelle Opfergaben). Die Forscher waren total überrascht, einen solch kunstvollen Stil vorzufinden, der in der Geschichte der chin. Kunst bisher völlig unbekannt war.  Besonders die bronzenen Gegenstände versetzten die Welt in Aufregung, da man durch Zugabe von Blei plötzlich Objekte von großem Ausmaß schaffen konnte, z.B. die älteste lebensgroße, stehende  Menschenfigur (260 cm Höhe, 180 Kg) und einen überdimensionalen Baum mit Vögeln, Blumen und Ornamenten (396 cm groß), Bronzemasken mit Goldfolie belegt, Bronzeköpfe. Diese Beweisstücke für unabhängige Kulturen in verschiedenen Regionen Chinas widerlegen die Theorie, daß der Gelbe Fluß die alleinige Wiege der chin. Zivilisation gewesen sei. 1997 wurde das Museum eröffnet.

Der Abend gehört dem „Feuertopf“, nicht unbedingt jedermanns Lieblingsessen, aber hot, hot, hot!
 

Tag 19, Mittwoch 7.11.2007  
Heute dürfen wir beim Frühstück bummeln und gaaaanz viel Kaffee trinken. Wir fliegen nach Guilin. Take off 12.10 Uhr. Über den Wolken sehen wir endlich, daß der Himmel auch in China blau sein kann – die Hunde würden sich heiser bellen! Sonne und Wärme empfangen uns in der Stadt des Zimtblütenbaums, dessen Blüten im Spätsommer einen wundervollen Duft verbreiten. Aus den Blüten der über 200.000 Bäume wird Tee, Kuchen, Wein und Schnaps hergestellt. Mit 40 Brücken gilt Guilin als Venedig Chinas. Wieder ist die Gegend fruchtbar. Es gibt viel Obst – Pampelmusen, Mandarinen, Khakifrüchte, sowie Gemüse und Reis. Die Landschaft ist wunderschön und bereits hier von Karstkegeln umgeben, die steil aufragen und teilweise dicht bewachsen sind.

Am Pfirsichblüten-Fluß entlang fahren wir zur Schilfrohrflötenhöhle und tauchen ein in eine bunt illuminierte Märchen- und Zauberwelt. 1959 wurde die Höhle entdeckt. Die Stalagniten sind bis zu 18 Meter hoch und wachsen in 100 Jahren lediglich 1-2 cm. In der Mitte befindet sich eine 90 m breite Höhle. Im unterirdischen See gaukelt die Spiegelung eine Schneelandschaft vor. Die Fantasie entdeckt immer wieder neue Figuren. Am Abend stöbern wir auf dem Nachtmarkt herum.
 

Tag 20, Donnerstag 8.11.2007  
Vor etwa 250 Mio. Jahren reichte das Meer bis nach Guilin und eine 1000m dicke Schicht Muschelkalk lagerte sich ab. Als das Meer zurückwich, hob sich die Erdkruste und die Kalkablagerungen brachen auf. Durch chemische Erosion entstanden die heutigen Kegel die eine Höhe von 30– 200 Meter aufweisen. Auf einer Länge von 60 km folgen wir dem Li-Fluß von Guilin bis Yangshuo. Wie auf einer Perlenkette aufgereiht schlängeln sich pro Tag bis zu 200 Schiffe den Fluß entlang. Ihre Geschwindigkeit richtet sich nach der Höhe des Wasserstands. Wir tauchen ein in eine spektakuläre Landschaft. Dicke Kegel, schlanke Nadeln, bizarre Formationen, Spiegelbilder im Wasser. Alles ist in mystischen Dunst getaucht und erschließt uns eine geheimnisvolle Zauberwelt. An den Ufern nimmt das Leben seinen gewohnten Lauf.  Kleine Jungen baden Wasserbüffel, Frauen kümmern sich um die Wäsche, Bauern arbeiten auf ihren Feldern. Auf schmalen Flößen staken Fischer mit ihren Kormoranen vorbei oder transportieren Waren zu ihrem Bestimmungsort. Mehr als vier Stunden erfreuen wir uns an diesem schönen und so undendlich friedlichen Erlebnis.

In Yangshuo angekommen, steigen wir in offene Vehikel und fahren aufs Land, um das bäuerliche Leben kennenzulernen. Zuerst besuchen wir eine Familie in ihrem bescheidenen Zuhause. Stolz zeigt uns die Frau ihren bereitstehenden Sarg. Er dokumentiert für sie die Wertschätzung und Achtung ihrer Familie. Wir sind eher entsetzt und es wird erneut offensichtlich, daß sich diese so unterschiedlichen Traditionen der Ost- und der Westwelt niemals zusammenfügen lassen (denken wir z.B. an die Auslegung der Menschenrechte nach Konfuzius). Unser Weg führt weiter zu den Feldern, auf denen Gemüse, Reis, Erdnüsse, Süßkartofffeln, Mandarinen und die riesigen Pomelos angebaut werden. Bedrückend ist die hartnäckige Verkaufswut der Menschen, die nicht zögern, kleinste Kinder in das Geschäft einzubeziehen. Damit hätten wir hier draußen auf dem Land nicht gerechnet. Mit dem Bus fahren wir nach Guilin zurück. Goldene Abendstimmung legt sich über das Land, bis die Sonne nach einem beeindruckend schönen Tag blutrot hinter den Kegeln versinkt.
 

Tag 21, Freitag 9.11.2007  
Mit der Seilbahn schweben wir auf den 909 m hohen Gipfel des Yao Berges. Er gilt als Heiliger Berg, da dort Nachfahren des 1. Kaisers bestattet liegen. Der Kaiser hatte 24 Söhne, die alle über das Land verteilt waren. So lebte auch ein Nachfahre in Guilin. Wir genießen die schöne Aussicht weit über das Land und in die Welt der geheimnisvollen Karstberge. Einen kurzen Halt gibt es bei einem typischen ländlichen Friedhof. Am 5. April ist Gedenktag (Totensonntag?), an dem die Angehörigen sich versammeln und Papieropfer sowie Reis, Fleisch und Schnaps bringen, damit ihre Toten im Jenseits nichts vermissen sollen. Anschließend besuchen wir die Pädagogische Hochschule, am Fuße des Berges der einzigartigen Schönheit. Der große Meister wird uns in die Kunst der Tuschezeichnungen auf Reispapier einweihen, eine beeindruckende Demonstration. Von einem Stück Schieferstein werden Flocken abgeschabt und mit Wasser angerührt, fertig ist die Tusche.  In kürzester Zeit entsteht unter seinen geschickten Händen ein zauberhaftes Bild.

Ade Volksrepublik China – 17.30 heißt es take off nach Hongkong, dem Duftenden Hafen. 80% des neuen Flughafenareals wurden durch „land-filling“ dem Meer abgerungen und es entstand ein komplett neuer Stadtteil. Vorbei am riesengroßen Containerhafen, über die längste Brücke und durch unter dem Wasser liegende Tunnel erreichen wir Hongkong Island und das angenehme Hotel Excelsior in der Causway Bay. Vom 18. Stock schauen wir auf den Yachthafen und die vielen Tausend Lichter von Kowloon.
 

Tag 22, Samstag 10.11.2007  
Das Frühstück reißt einem schlichtweg vom Hocker, da gibt es einfach nichts was es nicht gibt! Der Blick auf die schöne Kulisse des Yachthafens und die mondänen Hochhäuser dahinter ist gigantisch und das Violinkonzert von Bruch tut nach all dem ungeheuren Lärm der Seele unendlich gut. Großartiger kann ein Tag kaum beginnen, noch dazu wenn die Sonne lacht. Gleich am Morgen gibt es etwas Unterricht zu Hongkong kennenlernen. 1984 handelte Deng Xiaoping im chin.-brit. Vertrag die Rückgabe der Kronkolonie aus, die 1997 vollzogen wurde. Im Vertrag wurde festgeschrieben, das kapitalistische System Hongkongs noch 50 Jahre unangetastet zu lassen und den Sonderstatus einer Enklave beizubehalten. Für die Wasser- und Stromversorgung ist Hongkong vom chin. Festland abhängig. Seit der Übergabe ist die Hauptsprache Kantonesisch. Früher lebten die Menschen in Einraumwohnungen von 20-25 qm, mit mehreren Personen  und Generationen. Heute hat man im sozialen Wohnungsbau Anspruch auf mindestens 8 qm pro Person. Aus Platzmangel werden die neuen Wohnhäuser mit jeweils 60 Stockwerken gebaut. Eigentumswohnungen haben 40-100 qm. 10% des Einkommens werden für die Miete ausgegeben. Versicherungen und Altersvorsorge gibt es auf privater Basis. Der Steuerhöchstsatz beträgt 20%. Wenn im Jahr 2008 in Peking die Olympiade stattfindet, werden die Reitwettbewerbe in Hongkong ausgetragen. In der Stadt leben 7 Mio. Einwohner, bis zu 200.000 Menschen pro qkm.

Vom Victoria Peak (554 m hoch) schauen wir auf die imposante Kulisse der Stadt und ihre beeindruckenden Hochhäuser, allen voran das Int. Finance Centre, mit 420 m und 88 Stockwerken das höchste Gebäude der Stadt. Stopp am schönen Strand von Repulse Bay, Mutige springen ins Wasser. Anschließend fahren wir mit kleinen Dschunken durch Aberdeen.

Vielleicht in Sorge, ob er uns alle wohlbehalten zurückbekommt, geht Herr Geissler mittags mit uns auf Tour, damit wir uns in der Metropole schon ein wenig zurechtfinden lernen. Wir fahren mit der doppelstöckigen Straßenbahn, mit der Fähre nach Kowloon, besichtigen die Empfangshalle des berühmten Hotels Peninsula und kehren mit der Subway nach Causeway Bay zurück. Ein wirklich hilfreiches Angebot, da wir vielleicht morgen bereits am Fahrkartenautomat (out of order) in Schwierigkeiten gekommen wären! Rechtschaffen müde von all den Eindrücken und der Hektik der Stadt kehren wir heim. Zum Abschiedstrunk treffen wir uns in der Bar des 34. Stockwerks. Liebe Worte werden gewechselt. Zufrieden blicken wir auf unsere Reise zurück. Das Abendessen beim Spanier in der Fressmeile verspeisen wir mit Genuss – kreisende Schüsselchen sind heute vom Tisch verbannt !!!
 

Tag 23, Sonntag 11.11.2007 
Ausschlafen, Frühstück genießen – heute haben wir Zeit! Selbst ein Blick in die Zeitung die bereits an der Zimmertür hängt, ist noch möglich. What’s on around the world, drei Wochen lang haben wir kaum etwas mitbekommen. Um 10.30 brechen wir ganz mutig alleine auf, um die Stadt zu erkunden. Die erste Station, Jardine’s Baazar, reißt uns nicht gerade vom Hocker. Danach springen wir in die Straßenbahn – leider in die verkehrte Richtung. Das kommt davon, wenn man zuerst auf dem Markt stöbert und anschließend auf der falschen Seite steht und einsteigt. Als die Bahn abbiegt, springen wir schnell nach draußen – etwas paßt nicht mit der gestrigen Übungstour zusammen. Danach wird es allerdings gleich wieder spannend, ein neuer Markt! Das Angebot ist beeindruckend, Fischköpfe, Frosch, der gerade zerhackt wird und seine Beine anklagend in die Luft reckt, leckeres Obst und Gemüse, Textilien, Hühnerfüße, Schweineschwänze, wir staunen! Gute Seelen helfen uns, nunmehr mit dem Bus unser ausgewähltes Ziel zu erreichen. Wir stöbern durch den Central District, fahren anschließend mit der 800 m langen Rolltreppe durch die Mid Levels und steigen zu Fuß wieder herab. Erholsame Mittagspause, bevor wir die Piers erkunden und zu einer einstündigen Rundfahrt im Sonnenschein ablegen. Ein wunderschöner Abschluß unseres Besichtigungsprogramms. Mit der Subway kehren wir heim und sind schon ein wenig erleichtert, als wir das Hotel wieder vor Augen haben. Danach heißt es chin. Gleichmut zu bewahren, die Stunden bis zum Aufbruch ziehen sich. Abschied bei Nacht, von der Stadt mit ihren Millionen Lichtern - ein unvergessliches Bild. Kurz vor Mitternacht hebt die Maschine der Lufthansa vom Boden ab. Noch einmal liegt eine unruhige Nacht vor uns, nun aber können wir von unseren wundervollen Erlebnissen träumen. Unsere Gedanken kehren zurück zu dem gigantischen Bauwerk der Mauer, dem großen Schatz der tönernen Armee, der Zauberwelt des Li-Fluss, dem ungelösten Rätsel von Sanxingdui und den höflichen und freundlichen Menschen die uns begegneten.

Reich geworden durch all das was wir sehen, lernen und erleben durften, kehren wir heim!
 

Am Sonntag Abend haben wir die Gruppe verlassen und sind zurück nach Shanghai geflogen, wo wir bei einer Freundin und ihrem Partner liebenswürdigerweise noch ein paar Tage verweilen durften

Tag 24, Montag 12.11.2007 - Donnerstag 15.11.2007 in Shanghai
Wir genossen diese Tage noch in Shanghai, wo wir freundlicherweise von Bekannten eingeladen wurden.
Wir  liessen uns beim Coiffeur verwöhnen , bei der Fussmassage im Salon und bei der Ganzkörpermassage zuhause entspannten wir uns.
Nebst faulenzen haben wir aber auch Stadtbesichtigung inkl. Shopping-Tour betrieben:
Der Bund, die Pudongseite, den Sightseeing-Tunnel unter dem Yangtse durch und eine Hafenrundfahrt, aber auch das Longhua-Tempelkloster und eine echt Chinesische Akrobatikdarbietung bewundert.

 

Nach oben

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an:  webmaster@cantieni-bern.ch
Copyright © 2001 Curdin & Anna Cantieni-Stark
Stand: 17. November 2008