China 2007 - Tag 3 - Beijing

Der Bericht wurde freundlicherweise vom Reisegruppe-Mitglied Elke Oesterle zur Verfügung gestellt
©  elke oesterle
- Quelle:  Dumont Richtig Reisen, China


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Tag 3, Montag 22.10.2007  
Nî hâo – oder guten Morgen! Am Vormittag besuchen wir den marmornen Himmelstempel, eine der herausragenden Sehenswürdigkeiten der Stadt. Er liegt in einem 270 ha großen Park. Bereits am Morgen treffen sich hier unzählige Menschen zum Singen, Schattenboxen, Tanzen, Musizieren und Spielen. Das ist für uns, die montags zur Arbeit hasten und ihren Verpflichtungen nachgehen, einfach völlig unvorstellbar. Da die winzigen Wohnungen keine Einladungen oder Freundestreffen zulassen, ist der Park ein Kommunikationszentrum für die Bürger, um soziale Kontakte zu pflegen.

Der wunderschöne Tempel in Blau, der Farbe des Himmels, wurde 1406 -1420 im Ming-Zeitalter erbaut. Er besteht aus 3 Terrassen. Die oberste Stufe ist rund und stellt den Himmel dar, die unterste Stufe ist eckig und symbolisiert die Erde. Der Tempel ist eine Holzkonstruktion in Skelettbauweise und wurde ohne einen einzigen Nagel erbaut. Die vier Säulen dokumentieren die vier Jahreszeiten. Am Himmelsaltar stoßen Himmel und Erde zueinander und der runde Stein im Boden bestätigt China als Reich der Mitte. Einmal im Jahr mußte der Kaiser anwesend sein, um Opfer zu bringen, meist als Rauchopfer, da diese schneller zum Himmel aufsteigen konnten. Daoismus und Konfuzianismus waren Mischungen des Glaubens an die Naturkräfte. Naturerscheinungen wurden gottgleich verehrt.

Kurze Mittagspause, bevor wir durch das Mittagstor in die verbotene Stadt und zum Kaiserpalast einwandern. Mit 720.000 qm trägt der beeindruckende Gebäudekomplex zu Recht die Bezeichnung Stadt. „Verboten“ war sie genannt, da sie 500 Jahre lang von keinem Normalsterblichen betreten werden durfte. Ab 1420 diente der Kaiserpalast nach 17jähriger Bauzeit den Ming- und Qing-Kaisern als Wohn- und Regierungssitz. Er galt als Spiegelbild der im Kosmos waltenden Ordnung. Der Kaiser, als Sohn des Himmels (tianzi) galt als Mittler zwischen Himmel und Erde. Seine Aufgabe bestand darin, die kosmische Ordnung durch eine korrekte Regierung auf die Erde zu übertragen.

Die gesamte Palastanlage hat 9.999 Räume, die die Zahl der Ewigkeit symbolisieren. Auf dem höchsten Punkt der Stadt steht die Halle der höchsten Harmonie. Sie war das Zentrum der Macht. Dicht gedrängt folgen die Lebens- und Wirtschaftsräume und die Hallen zur „Erhaltung der Harmonie“ und zur „Bildung der Gefühle“. Den Endpunkt der Anlage bildet der wunderschöne kaiserliche Garten. In der verbotenen Stadt lebten und arbeiteten zwischen 8- und 10.000 Menschen.

Unsere Besichtigung endet am gegenüberliegenden Platz des himmlischen Friedens (Tian’anmen-Platz) der mit einem Ausmaß von 500 Metern Breite und 800 Metern Länge eine imposante Größe offenbart und der als der größte Platz der Welt gilt. Der Platz und mit ihm das namensgebende Tor des Himmlischen Friedens (Tian‘ an Men) bilden das Herz Pekings. Hier wurde 1911 das chinesische Kaisertum beendet, es wurden mehrere Aufstände blutig niedergeschlagen und 1949 verkündete dort Mao Zedong die Gründung der Volksrepublik China. Der Platz wird von der großen Halle des Volkes, dem Mao-Mausoleum und dem Nationalmuseum eingerahmt.

Rechtschaffen müde kehren wir heim. Am Abend sind wir zur Peking-Oper eingeladen – ein für westliche Augen und Ohren eher gewöhnungsbedürftiger Genuss. Bei einem kleinen und späten Imbiss endet ein schöner und absolut erlebnisreicher Tag.

Weitere Links: Südtor und Erdmittelpunkt

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Stand: 17. November 2008